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Biologische Uhr hilft beim Umgang mit Stress

Regelmäßiger und ausreichender Schlaf ist eine Voraussetzung dafür, dass wir gesund bleiben. Das ist bekannt. Unsere biologische Uhr, die den individuellen Schlafbedarf festlegt, scheint aber wesentlich größeren Einfluss auf den Umgang des Körpers mit Stress zu haben als bislang angenommen. Diese Theorie haben Wissenschaftler der Oregon State University nach Experimenten mit Fruchtfliegen aufgestellt. Demnach könnte es sogar die Lebenserwartung verringern, wenn die biologische Uhr zu häufig aus dem Takt gerät.

Fruchtfliegen haben genau wie wir einen fest gelegten Wach-Schlafrhythmus. Für die Studie arbeiteten die Zoologen allerdings mit Fliegen, denen das entsprechende Gen fehlte, sie schliefen zwar, hatten aber keine biologische Uhr, die den Takt vorgab. Die Wissenschaftler setzten sie nun regelmäßig leichtem Stress aus. Die Zeitpunkte entsprachen Jugend, mittlerem Alter und hohem Alter der Fliegen. „Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die jungen Fliegen den Stress gut vertragen konnten. Als sie älter wurden, führte der Stress jedoch zu gesundheitlichen Problemen“, sagt der Zoologe Natraj Krishnan. „Und das hängt mit der biologischen Uhr zusammen.“ Denn zur Kontrolle mussten gesunde Fruchtfliegen mit intakter biologischer Uhr den gleichen Stress ertragen – sie lebten zwölf bis 20 Prozent länger als ihre mutierten Verwandten. „Die Fliegen ohne biologische Uhr zeigten auch deutliche körperliche Symptome. Es fiel ihnen schwerer zu klettern, und ihr Hirn wies Veränderungen auf, die Alzheimer beim Menschen ähnlich waren“, erklärt Krishnan.

Zwar sei nicht klar, inwieweit sich diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen ließen. „Das biologische Prinzip ist aber sehr ähnlich“, betont Krishnan. Die Wissenschaftler schließen aus ihren Studien, dass es erheblich zu einem gesunden, langen Leben beitragen könnte, die biologische Uhr zu beachten, also für ausreichend Schlaf zu sorgen und Jetlags oder ähnliche Ereignisse, die unseren Wach-Schlafrhythmus stören, zu vermeiden.

 

Quelle: Aging, Vol 1, No 11

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